
Als fester Bestandteil unseres Weiterbildungsprogramms wurde am 30.05.2026 zum inzwischen 10. Mal wieder ein „Hämatologischer Mikroskopierkurs“ in enger Zusammenarbeit zwischen der Zentrum für Diagnostik GmbH und der Klinik für Innere Medizin III des Klinikum Chemnitz durchgeführt.
Unter den zahlreichen Teilnehmenden fanden sich neben hämatologisch tätigen Ärzt*innen und Akademiker*innen auch interessierte MTL, nicht nur aus der eigenen Klinik, sondern auch aus überregional angesiedelten Einrichtungen.
Die diesjährige Veranstaltung trug den Titel „Bcr-abl-positive Neoplasien und bcr-abl-like: diving deeper“. Bereits in der Begrüßung verdeutlichte Frau Oberärztin Dr. Regina Herbst, dass es sich bei der Veranstaltung nicht „nur“ um einen reinen Mikroskopierkurs handelt, sondern einen „Diagnostik-Workshop“, der das gesamte Spektrum der umfangreichen Diagnostik komplexer hämatologischer Neoplasien abdeckt.
Anhand ausgewählter Fallbeispiele aus der Klinik, welche von Frau Dr. Herbst anschaulich präsentiert wurden, konnten die Fallstricke auf dem Weg zur korrekten Diagnose verdeutlicht werden. Das reale diagnostische Vorgehen wurde dabei durch die Beiträge aus den entsprechenden Fachabteilungen veranschaulicht. Zunächst demonstrierte Manuela Berta, Koordinierende MTL der Abteilung Spezielle Hämatologie der Zentrum für Diagnostik GmbH die manuelle Differenzierung von Blut- und Knochenmarkausstrichen mittels Live-Videomikroskopie. Ergänzt wurde die hämatologische Spezialdiagnostik durch den Einsatz der Immunphänotypisierung, welche von Dr. Annette Schuller, Ärztliche Leiterin des ZfD und Abteilungsleiterin der Speziellen Hämatologie und Marlene Rönitz, Akademische Mitarbeiterin der Speziellen Hämatologie präsentiert wurde. Weitere integrale Bausteine eines komplexen hämatologischen Befunds stellen die Chromosomenanalyse, Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung und Molekulargenetik dar, welche von Sonja Klenner, Laborleiterin des Humangenetischen Labors am ZfD, vorgestellt wurden. Zur Vervollständigung des diagnostischen Work-Ups ist die histopathologische und immunhistochemische Analyse unerlässlich, wie Frau Prof. Dr. Korinna Jöhrens, Chefärztin des Instituts für Pathologie am Klinikum Chemnitz verdeutlichte. Gemeinsam konnte so für die gezeigten Fallbeispiele eine korrekte Diagnose erarbeitet werden. Über Patientenmanagement und spezielle, zielgerichtete Therapien bei sog. „BCR-ABL-like“ Neoplasien berichtete schließlich Frau Oberärztin Dr. Anke Morgner aus der Klinik für Innere Medizin III.
Im anschließenden praktischen Teil der Veranstaltung konnten die Teilnehmer ausgewählte Knochenmarkpräparate verschiedenster hämatologischer Neoplasien unter fachlich kompetenter Betreuung an den eingerichteten Plätzen mikroskopieren.