Toxoplasmose

Synonym
Material Serum 0,5 ml
Ansprechpartner Frau Dr. med. M. Roch
Tel: 0371 333 34561
Laborbereich Infektionsdiagnostik
Methode ECLIA (IgG/M), ISAGA (IgM), ELISA (IgA)
Häufigkeit Mo. - Fr.
Indikation

Bei Immunkompetenten häufig asymptomatisch verlaufend, bisweilen grippeähnlich mit Fieber und Lymphadenitis (vorwiegende Kopf- u. Halsbereich), sehr selten Retinochoroiditis und Enzephalitis.
Bei immunsupprimierten Patienten als Reaktivierung einer latenten Infektion, selten Neuinfektion mit schwerem, lebensbedrohlichen Krankheitsbild, häufig Enzephalitis (AIDS-Patienten), seltener Augenbeteiligung. Disseminierte, generalisierte Form mit zahlreichen weiteren Organbeteiligungen möglich. Bei Primärinfektion häufig mit interstitieller Pneumonie und Leberbefall. Bei transplantierten Patienten mit Infektion durch das Spenderorgan Multiorgan-Befall im Vordergrund.
Bei konnataler T.-gondii-Infektion mit schwerer Schädigung des Embryos und Abort v.a. im ersten Trimester der Schwangerschaft bzw. verschiedenen Manifestationen – klassische Trias: Retinochoroiditis, Hydrocephalus und intrakranielle Verkalkungen – bei mütterlicher Erstinfektion im zweiten und dritten Trimester. (Quelle: RKI)


Zusatzinformationen

Toxoplasmose gondii IgG (CLIA):

<7,20IE/ml Probe negativ
>=7,20 - 8,79IE/ml Probe grenzwertig
>=8,80IE/ml Probe positiv



Toxoplasmose gondii IgG-Avidität.:

<0,30Probe mit niedriger Avidität
>=0,30 - 0,39Probe mit mäßiger Avidität
>=0,40Probe mit hoher Avidität



Toxoplasmose gondii IgM (CLIA)

<6,00AU/ml Probe negativ
>=6,00 - 7,99AU/ml Probe grenzwertig
>=8,00AU/ml Probe positiv



Immungesunde:

Vor allem die Abklärung einer zervikalen Lymphadenitis erfordert die Untersuchung auf Antikörper gegen Toxoplasma gondii. Wir bestimmen spezifisches IgG und IgM, um den Infektionsstatus zu beschreiben.

Schwangere:

Um das Risiko einer konnatalen Toxoplasmose zu erkennen, ist die Suche nach T. gondii-Antikörpern in Form von IgG und IgM vor allem in der Frühschwangerschaft indiziert.

Bei Nachweis eines spezifischen IgMs bestimmen wir die Avidität der IgG-Antikörper, um bei Nachweis einer hohen Avidität die Infektion innerhalb der zurückliegenden vier Monate auszuschließen, womit die Infektion keine Relevanz mehr für den Feten hätte.

Neugeborene

Bei klinischem und/oder anamnestischen Verdacht auf eine konnatale T.-gondii-Infektion sind spezifische IgG-, IgM- und IgA-Tests beim Neugeborenen indiziert, zusätzlich ein Immunblot, der mütterliche und kindliche IgGs vergleicht, um bei Nachweis von T.-gondii-spezifischen IgG-Banden, die nur beim Kind, nicht aber im mütterlichen Blut nachweisbar sind, eine kindliche Immunreaktion gegen den Erreger und damit die kindliche Infektion nachzuweisen.

Indiziert ist außerdem eine T. gondii-PCR aus Nabelschnurblut (EDTA-Blut!) und evtl. auch aus einer Plazentabiopsie (unfixiert!).

Ein Teil der Untersuchungen wird im Labor Enders in Stuttgart durchgeführt.

Serologische Kontrollen beim Kind nach 3, 6, 9 und 12 Monaten!

Immungeschwächte:

Bei AIDS und anderen schwerwiegenden Einschränkungen des Immunsystems kann eine Reaktivierung einer ansonsten klinisch nicht relevanten latenten Toxoplasmainfektion vor allem in Form von (multiplen) Hirnabszessen auftreten. Spezifisches IgG ist in solchen Fällen nachweisbar. Ein IgM- oder IgA-Nachweis ist aber nicht zu erwarten. Die Diagnose ist primär klinisch zu stellen. Möglich ist der direkte Erregernachweis (PCR) aus einer Hirnbiopsie, mit geringerer Sensitivität auch aus Lumballiquor, ist möglich.

 



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Zentrum für Diagnostik GmbH am Klinikum Chemnitz